Ekzem oder Juckflechte – unsere Tipps und Tricks

Ekzem oder Juckflechte – unsere Tipps und TricksJuckreiz, Rötungen der Haut, Bläschenbildung, nässende Hautstellen bis hin zur Krustenbildung und Verdickung der Haut und Schuppenbildung. Dies all können Symptome eines Hautekzems sein.

Das ist nicht nur unschön anzusehen, es ist auch sehr unangenehm für den Betroffenen.

Vorweg erwähnt: Die Bildung von Ekzemen hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun und die Wahrscheinlichkeit im Laufe seines Lebens wenigstens einmal von einer Juckflechte oder einem Ekzem gepeinigt zu sein, liegt bei fast 100%.  Es gibt also keinen Grund sich eventuell hierfür zu schämen.

Mit dieser Übersicht möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick geben, wie man die lästige Hautveränderung wirksam bekämpfen kann, welche Hausmittel helfen können oder welche medizinischen Maßnahmen getroffen werden können, um das Leben wieder lebenswerter zu machen.

Definition, Ursachen,  Ausprägung und Behandlung

Der medizinische Oberbegriff für Ekzeme lautet Dermatitis.

Es handelt sich hierbei um eine nicht infektiöse Entzündung der Haut. Bei Nichtbehandlung kann sie von einem akuten Zustand in ein chronisches Stadium übergehen. Wichtig zu wissen ist die Tatsache, dass es sich um eine nicht ansteckende Krankheit handelt.

Es gibt verschiedene Auslöser für diese Hautveränderungen. Sie können zum Beispiel durch Kontakt mit verschiedenen Materialien auftauchen. Allergische Reaktionen der Haut auf Nickel oder Latex sind keine Seltenheit. Hier spricht man auch von Kontaktekzemen.

Die Hautbarriere kann ebenfalls durch abweichende Talgproduktion leiden, womit die Haut empfindlicher auf äußere Einflüsse reagiert.

Ekzeme können aber auch erblich bedingt sein. Wie zum Beispiel die Neurodermitis. Aufgrund fehlender Fette in der Haut, ist diese extrem trocken und kann Schuppenbildung hervorrufen. Die empfindliche Haut kann im Extremfall auch auf Hausstaub, Pollen etc. reagieren. Sogar Stress oder auch Schwitzen können hier zur Juckflechte führen.

Manche Ekzeme können einen genetischen Ursprung haben. Ein nicht intaktes Immunsystem kann zur Überempfindlichkeit der Haut führen. Hier reicht oft schon ein Lebensmittel aus auf das man reagiert oder Pollen, und die Ekzeme haben einen Nährboden und können sich ausbreiten.

Bei akuten Reaktionen der Haut kommt es zu leichten Hautrötungen, die auf eine kleine Hautstelle beschränkt sind. Normalerweise heilt diese leichte Irritation innerhalb von ein paar Tagen von selber wieder ab. Sollte es eine etwas stärkere Ausrichtung sein, kann es zu einer Bildung von Bläschen kommen, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind und einen stärkeren Juckreiz auslösen. Öffnen sich die Bläschen und die Flüssigkeit tritt aus, bildet sich beim Abtrocknen eine Kruste und das Ekzem kann abheilen.

Sollten diese Reaktionen der Haut öfter auftreten oder länger andauern, kann es sich zu einem chronischen Stadium ausbilden. Oft sind dann nicht nur einzelne Hautstellen betroffen und die Irritation kann sich ausbreiten. Ein Arztbesuch sollte hier Klarheit über die genaue Ursache bringen.

In der Regel werden Ekzeme mit entsprechenden Salben behandelt. Eine Verabreichung von Salben zum äußerlichen Auftragen muss dem jeweiligen Hautzustand angepasst sein. Nässende und akute Ekzeme können erfolgreich mit Salben mit einem hohen Wasseranteil behandelt werden. Bei trockener und schorfiger Haut oder wenn dann die Krusten- oder Schuppenbildung einsetzt, helfen fetthaltige Salben bei der Regeneration  und Wiederherstellung der Haut.

In Extremfällen, wenn die betroffenen Hautstellen obendrein noch von weiteren Bakterien oder Viren befallen sind, helfen antiseptische Salben oder auch Salben, die antibiotikahaltig sind. Bei sehr schwerem Befall kann auch eine Therapie mit der Einnahme von Antibiotika angewandt werden.

Salben, Cremes und andere Darreichungsformen aus der Apotheke

In der Apotheke und auch im Internet sind viele rezeptfreie Salben, Cremes, Puder oder Badezusätze zur Bekämpfung von Ekzemen erhältlich.

Wie schon oben erwähnt, werden nässende Stellen mit einer Salbe mit einem hohen Wasseranteil behandelt und schuppige, raue und trockene Stellen mit fetthaltigen Cremes.

Welche Salbe oder Creme in Ihrem Fall zur Anwendung und Linderung geeignet ist, besprechen Sie bitte im Vorfeld mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen einige Beispiele von frei erhältlichen Salben oder Cremes mit ihrem Hauptinhaltsstoffen und Anwendungsgebieten.

Der Wirkstoff Phenol-Me­thanal-Harn­stoff-Poly­konden­sat hilft unter anderem Entzündungen zu hemmen und den Juckreiz zu lindern. Hier gibt es auf dem Markt Cremes von Tannosynt, Delagil oder Tannolact. Eine weitere Darreichungsform wären auch Badezusätze und Puder.

Sojaöl als Wirkstoff ist ebenfalls Juckreiz lindernd und schützt die Haut mit einem leichten Ölfilm. Hier gibt es von den Herstellern Oleobal und Balneum Badezusätze.

Trockene und spröde Haut durch Ekzeme und chronische Hauterkrankungen kann man mit Harnstoff in den Griff bekommen. Erhältlich sind hier Cremes und Salben von den Firmen Elacutan, Nubral und Basodexan, um nur einige zu nennen.

Mit Hydrocortison, auch Cortisol genannt, kann man Juckreiz und Entzündungen der Haut eindämmen. Hier sind  Cremes von Ebenol, Soventol oder Fenistil in der Apotheke erhältlich.

Die Wundheilung positiv beeinflussen kann man mit dem Wirkstoff der Kamillenblüte. Die erhältliche Salbe von Kamillosan wäre hier zu nennen

Linderung von Symptomen mit Hausmitteln

Wenn man von chemischen Mitteln Abstand nehmen möchte, lohnt sich ein Blick in den Küchenschrank oder die Speisenkammer. So manche Lebensmittel können Abhilfe bei Entzündungen und Juckreiz leisten und die Wundheilung fördern.

Hier mal einige Beispiele:

Die beruhigende, entzündungshemmende Wirkung der Kamillenblüte ist bekannt und Kamillentee ist so gut wie in jedem Haushalt vorhanden. Sie können den Kamillentee aufbrühen und etwas abkühlen lassen. Nun kann man ein kleines Handtuch oder einen Waschlappen tränken und diesen Wickel ca. 10 Minuten auf der betroffenen Hautstelle wirken lassen.

Kurkuma, das bekannte gelbe Gewürz, wird in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange angewandt. Eine Paste, aus Kurkuma und Wasser angerührt, wird auf die Stelle aufgetragen und die schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung kann bei Ekzemen genutzt werden.

Dass Haferflocken ebenfalls bei Ekzemen und Juckreiz helfen können, ist wohl nur wenigen bekannt. Hier kann ein Bad für Linderung sorgen. Einfach Haferflocken in einen Beutel oder auch Socke füllen und unter den Wasserhahn für das heiße Wannenbad hängen. Das Säckchen sollte beim Baden mit im Wasser hängen, damit die Haferflocken ihre entzündungshemmende Wirkung richtig entfalten zu können.

Auch Obst und Gemüse können zum Einsatz kommen. Frische Zitronenscheiben auf die entzündete Hautstelle gelegt, sind nach anfänglichem Brennen, keine Angst, das vergeht schnell wieder, sehr angenehm,

Scheiben von Schlangengurken haben den gleichen Effekt. Die wirken kühlend und lindern den Juckreiz.

Auch Honig kann zum Abklingen der Beschwerden beitragen. Etwas Honig auf die entzündete Hautstelle geben und ca. eine halbe Stunde einziehen lassen. Den Rest mit ein wenig warmem Wasser abwaschen.

Die wohltuende Wirkung von Olivenöl wurde ja schon im Absatz der Salben und Cremes erwähnt. Für ein wirkungsvolles Vollbad gibt man 100 ml Olivenöl und 500 ml Milch ins Wannenbad.  Dies ist besonders geeignet, wenn mehrerer Hautstellen befallen sind oder das Ekzem großflächiger ist. Mit dieser Methode bekämpfen Sie nicht nur die unangenehmen Symptome, Sie verwöhnen obendrein auch die intakte Haut und können sich ein bisschen wie in „Tausend und eine Nacht“ fühlen.

Die heilende und wohltuende Wirkung der Aloe Vera Pflanze ist hinlänglich bekannt.

Aloe Vera Gel aus dem Drogeriemarkt, trägt im Allgemeinen  zu gesunder und schöner Haut bei. Ein Versuch ist es allemal wert.

Zum Schluss

Die erwähnten medizinischen Produkte erheben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sind nur Beispiele, ohne jegliche Wertung von Marken oder Herstellern.

Egal ob Sie nun zu den Hausmitteln greifen oder sich für eine rezeptfreie Medikation aus der Apotheke oder Internet entscheiden: Sollten sich die Symptome nicht  zeitnah bessern oder gar verschlimmern, „doktorieren“ Sie bitte nicht weiter selber, sondern suchen Sie bitte umgehend Ihren Haus- oder Hautarzt auf.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg, eine schnelle Linderung und gute Besserung!

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